08.05.2019

Otto Boll, Skulpturen

Pressekontakt: Ruth Eising | +49.(0)228.25987582 | +49.(0)160.1564308 | r.eising@re-book.de

Vom 29. Juni bis zum 22. September 2019 zeigt der Skulpturenpark Waldfrieden von Skulpturen Otto Bolls in der oberen Ausstellungshalle des Parks eine Auswahl. Otto Bolls Werke kennzeichnet ein hohes Maß an Reduktion, die sich in vielen seiner Skulpturen dem Ursprung jeglichen bildnerischen Schaffens, der Linie, nähert.

Für die Ausstellung seiner Werke im Skulpturenpark Waldfrieden hat Otto Boll eine Auswahl getroffen, bei der es in des Künstlers eigenen Worten um „Begegnung mit einem Gegenüber im Raum, die körperliche Erfahrung des skulpturalen Gegenstandes“ geht. Voraussetzung dieser prozesshaften Erfahrung ist in der Tat Körperlichkeit als Bewegung des Betrachters, denn erst mit dieser Bewegung entfaltet sich die besondere Räumlichkeit der linearen, sehr eng mit der Zeichnung zusammenhängen Skulpturen.

Vor allem dieser Aspekt ist es, der Otto Boll im Zusammenhang mit seinem Schaffen sagen lässt, Plastik verlange „Anwesenheit“ des Betrachters. Denn es zählt zu den besonderen Eigenheiten seiner Skulpturen, dass sie sich der Reproduzierbarkeit, sei es der sprachlichen, sei es der abbildenden, zum Beispiel durch Fotografie, in besonderer Weise entziehen bzw. in der Reproduktion wesentlicher Merkmale beraubt werden. Denn in der Reproduktion geht das Voranschreiten der Wahrnehmung und die Vollendung der Skulptur im Auge des Betrachters verloren.

Ihre lineare Formgebung weist nicht nur auf ihre Herkunft aus der Zeichnung. Fast immer scheint sie auf einen Punkt zu deuten oder – selbst wenn sie in einer Kreisbahn verläuft – irgendwo hinzuzielen, nur, um sich dort zu verlieren. So stehen sich Vollendung und Auflösung in der Formensprache Otto Bolls ausdrücklich gegenüber.

Die Ausstellung findet in der oberen Ausstellungshalle des Skulpturenparks Waldfrieden statt. Sie beginnt am 29. Juni und endet am 22. September 2019. Der Presserundgang mit dem Künstler findet am Donnerstag, den 27. Juni, um 12:00 Uhr statt.

Die Ausstellung wird am Samstag, den 29. Juni, um 11:00 Uhr für das Publikum eröffnet.

Otto Boll, Schwebende Sichel

Biografie:

Der 1952 in Issum bei Geldern geborene Otto Boll studiert von 1975 bis 1980 an der Abteilung für Kunsterzieher Münster der Kunstakademie Düsseldorf bei dem Bildhauer Ernst Hermanns. 1980 erhält er den Caspar-von-Zumbusch-Preis und von 1981-1982 das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium. 1981 folgen weitere Preise, darunter der Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der deutschen Industrie (BDI), der Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und der Kunstpreis 'junger westen' der Stadt Recklinghausen. 1990 wird ihm der Piepenbrock-Förderpreis für Bildhauerei verliehen.

Seine filigranen, in der Stille des Raumes schwebenden oder stehenden Skulpturen aus geschwärztem Metall sind kennzeichnend für sein Werk. Er fordert den Betrachter auf eine besondere Weise heraus, seine sich gegen Null verjüngenden 'Striche' im Raum wahrzunehmen und in Bezug zur Umgebung zu stellen. Bolls Arbeiten befinden sich in einigen namhaften privaten und öffentlichen Sammlungen, so u.a. in der Sammlung der Deutschen Bank, Sammlung der Bundesrepublik Deutschland, Kunsthalle Recklinghausen u.v.m.

Der Bildhauer lebt und arbeitet am Niederrhein.