07.04.2020

Sean Scully, Insideoutside

Skulpturenpark Waldfrieden, 11. Juni 2020 bis 3. Januar 2021

Pressekontakt: Ruth Eising | +49.(0)228.25987582 | +49.(0)160.1564308 | r.eising@re-book.de

Es sind Sean Scullys Stacks, an denen sich das Konzept der Ausstellung INSIDEOUTSIDE absichtsvoll orientiert: Wie seine Skulpturen, die durch allmähliches, sorgfältiges "Stapeln" einzelner Elemente entstehen, wächst Scullys Ausstellung am Hang des Wuppertaler Hesselnberges nach und nach zu einem Ganzen, das den Besuchern des Skulpturenparks Waldfrieden tiefen Einblick in das plastische Schaffen des irischen Künstlers gestattet.

Den Höhepunkt des prozesshaft konzipierten Ausstellungsgeschehens bildet die Schaffung einer Skulptur aus lokalem Kalkstein, die Sean Scully voraussichtlich im September unter Bezugnahme auf Natur und Kunst in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft vor Ort errichten wird. Zugleich wird an der oberen Ausstellungshalle des Skulpturenparks eines seiner berühmten "Landline" Gemälde auf Glas entstehen. Erst mit der Installation dieser beiden Arbeiten kommt die schrittweise Entwicklung der Ausstellung zu ihrem Abschluss.

Ein erster Zwischenschritt auf diesem Weg war die Errichtung des "Moor Shadow Stack", einer Leihgabe des Yorkshire Sculpture Parks, die etwa eine Woche nach Eröffnung der Ausstellung, am 17. Juni, stattfand. Mit dem Fortschreiten der Ausstellung ist die Errichtung weiterer Stacks, vier bis fünf Meter hoch, an verschiedenen Punkten des Parks geplant.

Außerdem zeigt INSIDEOUTSIDE in der oberen Ausstellungshalle neben drei Bronze-Skulpturen das zwölfteilige Ölgemälde auf Kupfer "12 Triptychs" aus dem Jahr 2008. In der unteren Ausstellungshalle verweist "Grid" (1972-2019) auf die Anfänge von Scullys Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis von Malerei und Skulptur in den 1970er Jahren. Gleichzeitig an architektonische Strukturen und die Materialität von Teppichen erinnernd ist diese Arbeit von Scullys Aufenthalt in Marokko und der dortigen Webkunst beeinflusst. Zusammen mit einem neuen, mehrfarbigen "Coin Stack" trifft sie auf ein großformatiges Ölgemälde: "What Makes Us" (2017) ist ein Beispiel für Scullys Auseinandersetzung mit der Idee des Fensters als Bild im Bild, die den Künstler bereits seit dem Ende der 1980er Jahre beschäftigt und die ihn zu seiner Arbeit mit "Insets" veranlasste. Ausgehend hiervon hat Scully seit Anfang diesen Jahres seine "Holes" entwickelt — runde Negativformen durchdringen die massiven Körper seiner neusten Skulpturen und eröffnen dem Besucher einen Durchblick auf die umliegende Landschaft. Sie schaffen eine Verbindung zwischen dem "Hier" und dem "Dort" und verweisen gleichzeitig auf eine Abwesenheit. Diese Idee hat Scully auch in zarten Aquarellen ausgeführt, die ebenfalls zu sehen sein werden.

Im Anschluss an die Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden werden in diesem Jahr bedeutende internationale Retrospektiven seines Werks stattfinden, unter anderem im Modern Art Museum of Fort Worth und in der Ungarischen Nationalgalerie in Budapest.

Zur Ausstellung entsteht ein Katalog.

Sean Scully, Why this, not that?

Biographie

Sean Scully wurde 1945 in Dublin geboren, wuchs in London auf und zog 1975 in die Vereinigten Staaten. Heute lebt und arbeitet er in New York und in der Nähe von München. Er studierte Malerei am Croydon College of Art (London) und an der Newcastle University (England). Er erhielt 1973 ein Graduiertenstipendium der Harvard University, 1983 ein Guggenheim-Stipendium sowie mehrere Ehrengrade, darunter Ehrendoktorate für bildende Kunst des Massachusetts College of Art (Boston) und der National University of Ireland (Dublin). Er wurde zwei Mal, 1989 und 1993, für den Turner-Preis nominiert, der von der Londoner Tate Gallery ausgerichtet wird.